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Agil zu sein oder nicht ist hier die Frage!

RÜCKBLICK  

Unser österreichischer Skisprungathlet Stefan Kraft antwortet auf die Frage nach seiner Erfolgsformel, genau das nicht zu tun, was von einem erwartet wird, sondern einfach seinen Weg der Überzeugung zu gehen.


Viele Menschen folgen nicht dieser Empfehlung. Lieber werden die vielerseits bekannten Leitfiguren als erstrebenswerte Vorbilder als magische Formel zum eigenen Glück angesehen. Als ob Glück jemals durch Besitzt erlangt werden würde. Fromm führt dies ausführlich in seinem Werk „Haben oder Sein" aus. Dabei lesen wir von dem kurzzeitigen Gefühl des Erreichens mittels erkauften Guts als Ersatzbefriedigung, dem schnell das nächste Bedürfnis nach weiterem Erwerb folgt.


Zurückkommend auf die Aussage von Kraft, wäre ich mit einer kleinen Anpassung im ersten Teil sehr glücklich. Die Frage ist nicht, wie wir in einen vorgegebenen Rahmen passen, also Erwartungen erfüllen, sondern wie das zu uns passt. Nur weil es geäusserte Erwartungen sind, tendiere ich nicht zur Ablehnung. Bedeutend ist und deswegen unterstreiche ich dessen zweiten Teil mehrfach, seine eigenen Überzeugungen zu finden und diese auch anzuwenden.


Selbst wenn wir justament in dieser Situation keine andere Option sehen und uns bewusst für die Erfüllung der Erwartungen entscheiden, ist ein nachhaltigeres, inneres mentales Wohlbefinden weit wahrscheinlicher.


Nehmen Sie einen dieser gängigen Superhelden aus den Medien und fragen Sie sich, inwieweit diese Akteure anderen nachgeeifert sind oder völlig Neues kreiert haben, um diesen Heldenstatus zu erlangen. Ich wage zu behaupten, während der Disruption, die heute gefeiert wird, ist eine Menge an Ablehnung zu Tage getreten.


HERUMDREHEN  

Nun bitte ich Sie, sich mit mir in einer Helikoptersicht mal reihum zu drehen und sich dabei den aktuellen Trend der Organisationsformen analytisch zu betrachten, der von dem agilen Gedanken initiiert worden ist.


Wir entdecken freies, selbstbestimmtes Arbeiten und mehr Fokussierung auf Ergebnisse mit höherem Nutzen. Verwaltung wird zurückgedrängt, der Mensch erhält als Individuum höheren Respekt und bestimmenden Stellenwert. Miteinander und Lebensbalance sowie Gemeinwohl und Einbeziehung unseres Lebensraums werden zu relevanten Indikatoren. Freude und Sinn eliminieren Frust und Leere. Lieferzeiten werden kürzer. Sogar die initiale Qualität der Produkt steigt und Nacharbeiten reduzieren sich.


Ist das so?
Ja das ist es durchaus!
Nur leider noch zuwenig. Aber von Tag zu Tag mehr.
Leider sehen manche nach wie vor ihr Heil in der imaginierten Pippi-Welt, die Borck in dem Buch der „Selbstwirksamen Organisation" beschreibt. Andere wiederum sind aufgebrochen in die neue Welt und irgendwo stecken geblieben.


Erkenntnisse aus vielfachen Besuchen bei Konferenzen oder Meetups unterstützen zwar das Lernen, werden aber selten zur Umsetzung gebracht. Unangenehmerweise gibt sich da der eine oder andere einer scheinbaren Zufriedenheit hin oder weiss einfach nicht mehr weiter. Letztendlich wird dadurch eines Tages das Ende der wirtschaftlichen Fahnenstange erreicht und Kraft der abgeblasenen Revolution erlangt mittelalterliches Verhalten wieder die Oberhand, obwohl wir schon lange durch die Aufklärung gegangen sind.


TIEFENBOHRUNG  

Immer wieder kehren meine Gedanken zum Roman „The Phoenix Project" von Gene Kim (u.a.) zurück. Wenn wir die Geschichte, die mir immer wieder Schauer des Unbehagens über den Rücken jagt, auf die wesentlichsten Elemente zerlegen, die zum Erfolg geführt haben, ergibt sich folgende Liste: 


1. Achten auf das grosse Ganze und die Wechselwirkungen – Systeme haben ein Gedächtnis.


2. Niederreissen der Abteilungsgrenzen bzw. Arbeit will durchgehend fliessen.


3. Zuschütten durch Arbeit erzeugt Beschäftigung, Begrenzung gleichzeitiger Arbeit erzeugt Fertigstellung.


4. Mikromanagement im Arbeitsalltag verhält sich wie Mikroplastik im Meer.


5. Visualisierung führt zur Transparenz führt zur Mega-Kommunikation.


6. Warten ist Gestern; Handeln, sofortiges Handeln ist in, kontinuierliches Handeln ist König und am wenigsten Aufwand auf Dauer.


7. Pfeif´ auf den Drang zur Administration – den Nutzen sollst du heraus putzen!


8. Ideen und Herangehensweisen testen schont den Geldbeutel – trau dich den Kopf aus dem Erdloch zu stecken, um Meinungen einzuholen.


9. Menschen organisieren sich selbst, entscheiden selbst, stürzen sich von selbst auf Arbeit und fragen, wenn Unterstützung erforderlich ist.


10. Die Beschaffenheit der Arbeit wird kontinuierlich evaluiert und sofort nachjustiert bzw. am besten von Grund auf gemäss den Vorgaben realisiert. Jeder erfüllt seinen Anteil. Jeder weiss um seinen Beitrag und kann Einfluss nehmen.


11. Hurra – wir haben einige wenige Vereinbarungen und wissen, wann wir starten können und wann etwas tatsächlich fertig ist.


12. Das Leben ist lang und erkenntnisreiche Schätze warten andauernd am Weg.


13. Mist passiert – wir räumen gemeinsam auf und entwickeln Schritt für Schritt alles weiter.


14. Selbstzweck von was auch immer ist demotivierend – die Ausrichtung der Aktivitäten auf die Firmenziele ist Grundlage von Wertgenerierung.


Auch, wenn das nur ein Roman ist, der einen in den Bann schlägt, würde die Anwendung auf die Praxis viele enorm weiter bringen. Wie wäre es, wenn Sie diese Punkte in Ihrer Umgebung evaluieren? Und vielleicht sogar die daraus entstehenden Effekte messen? Sie könnten dies auch als zu betrachtende Einzelaspekte ansteuern und den Trend der Weiterentwicklung beobachten oder sogar reflektieren.


NOCH IMMER NICHT GENUG  


1. Fokus und Kunden

Nichts Neues – nur wird gerne darauf vergessen und ist immer wieder das Wichtigste!


2. Örtlichkeit & Einfachheit

Da raschelt es aber. Was so ganz einfach und nebulos klingt, ist für viele eine Offenbarung. Im Alltag sehe ich immer noch dichter werdende verstrickte Abgängigkeiten und frage mich, ob sich die Menschen Beschäftigung suchen wollen. Das Buch-Einhorn kapselt und schafft durch bewusste lokale Redundanzen mit konsequenter Anwendung standardisierter Brücken die Möglichkeit, Einzelteile getrennt zu behandeln.


3. Fokus, Fluss & Freude

Fokus bedeutet Ende von Oberflächlichkeit. Fokus bedeutet Umsetzung. Fokus bedeutet Fertigstellung. Fluss der Arbeit und Flusszustand des Menschen sind Unterstützung und Folgen davon und daraus. Freude und Stolz entstehen. So einfach kann es gehen. Wir werfen die Schlagwörter und Befindlichkeiten über Bord und arbeiten.


4. Weiterentwicklung der täglichen Arbeit

Im herkömmlichen Sinne „no na" (= sowieso klar). Auf die erweiterte, hier noch verborgene, Bedeutung komme ich später im vorletzten Abschnitt nochmals zu sprechen.


5. Psychologische Sicherheit

Ist das nicht ein Graus, noch immer darüber reden zu müssen? Psycholoigische Sicherheit kann mit Leistung einher gehen. Offenheit und Verlässlichkeit sind elementar, Sicherheitsgarant sind nur wir als Individuum selbst.


Ist das nun schon ausreichend für Sie? Ein Programm mit Wert für die nächsten 10 Jahre? Wie viel gehobenes Potential motiviert Sie?

TREND und ZIEL  

Elegant habe ich bis jetzt das Schlagwort „Agilität" vermieden, ja ich bin nahezu darum herum gekurvt. Weil darunter zu oft eine Agilität adressiert ist, die nur für Entwicklungsteams aller Arten - mit querfunktionaler Produktorientierung gilt. Selten aber im ganzen Unternehmen. Selbstverständlich ist hingegen Unternehmensagilität sinnvoll. Das Business Agility Institute definiert dies als:

Die ineinander verschränkten Domänen sind:  

Quelle: https://businessagility.institute/


Sich in diese Bereiche zu vertiefen und die Details zu studieren, ist sehr empfehlenswert. Dieses Bild sollte zur Orientierung dienen. Und für diejenigen, denen noch die Anregungen darüber im Kopf herum schwirren – ist das schon Unternehmensagiltiät? 


DAHINTER, DARUNTER oder MITTENDRIN 

Ausgelöst durch die Corona-Pandemie hat in 2020 das Wort Resilienz eine breite Verwendung erfahren. Resilienz in Form von Widerstandsfähigkeit. Das ist mehr als nachvollziehbar.


Achtzugeben ist, Widerstandsfähigkeit im Sinne von Robustheit nicht als Starrheit zu sehen. Als Beharrung von Althergebrachtem.


Widerstandsfähigkeit im Sinne, seine Anpassungsoptionen zu erhöhen und sein Unternehmen multimodal umsetzen, sich geschäftlich und mental auf diverse Situationen einzustellen, meint eher Plastizität. Diese Plastizität bedingt vor dem Lernen und Erweitern einen Rückbau der Denkautobahnen – unserer Muster. Das ist unangenehm und unsicher. Davon weiss Hüther eine Menge in seinen vielen Werken über das Gehirn anschaulich zu berichten.


Plastizität ist jedoch der einzige Weg, wahre Resilienz zu erlangen. Diese Beweglichkeit im Kopf und hoffentlich auch im Geschäft ist als Antifragilität von Taleb bezeichnet. Antifragil als Gegenteil des zerbrechlichen fragil.


Damit gewinnt das alte Sprichwort, durch Schaden klug zu werden, einen zusätzlichen Aspekt. Dieser Schaden sollte natürlich nicht den Tod des Menschen oder Unternehmens bedeuten. Da ist hinten nach nichts mehr zu profitieren in dieser Welt.


Zurückkommend auf den Phoenix und das Unicorn (denn jetzt ist die Zeit zur Erlangung des letzten Zackens der Weisheit gekommen) – die stetige Weiterentwicklung aus Punkt 4) – „Noch immer nicht genug" – und auch das 3. Prinzip von DevOps betrifft genau das.


John, der CSO, lernt, das eigene System zu attackieren, um selbst Schwachstellen zu erkennen und es dadurch stabiler – sprich antifragiler – zu machen. Klingt irre auf den ersten Blick. Dabei ist das gemeinsam mit der Ausrichtung der IT auf die Unternehm-ensziele für mich die wesentlichste Erkenntniss aus dem Phoenix Project überhaupt.



Diese antifragilen Attacken erzeugen Dopamin aufgrund der neuen Wege und damit Freude sowie Sinn.


Das zieht nach sich – fortlaufende neue Wege sollten in den Unternehmen andauernd unternommen werden. Innovation macht also Sinn. Etwas bewusst auszuprobieren macht Sinn. Freiraum dafür macht enorm viel Sinn. Das ist der beste Garant überhaupt, um Zukunftssicherheit zu erlangen.


Taleb zeigt uns in seinem Schwarzen Schwan auch noch die Opazität und die Verzerrungen unseres Denkens auf. In seinen abschliessen Anregungen schenkt er uns eine Anleitung für Entscheidungen in 4 Quadranten:





Gerüstet mit all diesem Wissen, lässt sich nun eine geeignete Balance zwischen Entwicklung und Existenzsicherung leicht finden. Positive Schwarze Schwäne dürfen durchaus wahrgenommen und genutzt werden.


Frankl hätte damit auch seine wahre Freude, denn so stellt uns das Leben immer wieder neue Fragen, wodurch wir Sinn generieren.


FAZIT  

Sicherheit von aussen ist nur scheinbar. Unerwartetes ist erwartbar. Taleb führt dies intensiv vor unsere Augen.


Daher kann ich Ihnen nur raten, an der Plastizität und damit der Antifragilität zu arbei-ten, um so die Wahrscheinlichkeit auf positive Anpassungsfähigkeiten zu erhöhen. Machen Sie das erst, wenn Sie in Schreckstarre gefallen sind, ist es viel zu spät.


Befindet sich Ihre Organisation im Nachahmungsmodus – stoppen Sie das umgehend! Streben Sie „echte" Unternehmensagilität von innen heraus an. Arbeiten Sie an der selbstwirksamen Organisation in der Tiefe. So erreichen Sie die Antfragilität!


Das Nacherleben des Phoenix Projects und die Auseinandersetzung mit den oben skizzierten Lehren unterstützt Sie beim Erkennen und Anwenden. Spezifische begleite Aufgabenstellungen unterstützen bei erwqeiterten Handlungsoptionen. Immer wieder gibt es Schätze zu heben.

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